sonne über der stadt

Es ist Donnerstagmorgen, noch ziemlich früh. Konnte nicht lange schlafen; liegenbleiben und lesen hat auch nicht funktioniert, also gehe ich raus.

Es ist kalt, aber die frische Luft belebt mich sofort. Die Hände tief in den Jackentaschen vergraben schlendere ich am Wasser entlang, atme tief durch. Endlich wieder frei atmen. Ich verzichte diesmal auf Musik, lasse einfach meine Gedanken schweifen. Es tut gut.

Ich lasse die letzten zwei Wochen Revue passieren und mich überkommt – zwangsläufig – ein Gefühl von Traurigkeit. Wo kommt es plötzlich her? Was genau lässt mich so fühlen? Dann denke ich an die Begegnungen, Gespräche, Entwicklungen in der Zeit und das Traurigkeitsgefühl weicht einer Zuversicht, einer Hoffnung, einer Freude, die sich breitmacht. Es ist wieder alles möglich. Wenn ich lerne, die Dinge anzunehmen, wie sie sind, kann ich besser mit ihnen umgehen. Ich bin immer noch im Prozess.

Mein Weg führt mich auf die andere Rheinseite. Hier fängt der Alltag an, Geschäfte öffnen, Menschen kommen mir entgegen, die ersten Verkleidungskünstler sind unterwegs. Vielleicht ist das auch ein Grund dafür, warum ich heute so früh unterwegs bin. Dass ich meinen täglichen Spaziergang schon „durch hab“, bevor nachher das Karnevalstreiben richtig losgeht. Das brauche ich momentan wirklich nicht, würde mir vermutlich auch nicht unbedingt gut tun. Aber auf diesem Level ist es okay, sogar ganz nett anzusehen. Kurzzeitgig habe ich das Gefühl, etwas melancholisch zu werden; auch das nehme ich so an und so schweifen meine Gedanken schnell weiter.

Nach gut zwei Stunden bin ich wieder zurück mit dem Gefühl, gut in den Tag gestartet zu sein.

glück

Aus gegebenem Anlass möchte ich heute über Glück sinnieren, philosophieren, schreiben; wie auch immer.

Glück, was ist das? Was bedeutet Glück? Ein großes, ein mächtiges Wort. ‚Ich wünsch dir alles Glück der Welt‘ – eine Floskel oder eine Phrase oder was?! Alles Glück der Welt, was soll das bitte sehr sein?

Es ist Sonntagnachmittag, ich schlendere bei kalten Temperaturen und blauem Himmel mit Musik in den Ohren am Rhein entlang. Das Wasser steigt schon wieder auf vorsichtig alarmierende Pegelhöhe an, Möwen kreisen über mir, die kalte Luft tut gut. Ich lasse meine Gedanken schweifen. Plötzlich, wie aus dem Nichts kommend überfällt mich eine Erkenntnis: ich fühle mich glücklich.

Wo kommt dieses Gefühl auf einmal her? Was hat es ausgelöst. Ich lasse die letzten Tage und Wochen Revue passieren. Es hat sich etwas verändert, aber was? Woran kann ich das ausmachen? Ich habe im letzten Monat tatsächlich vieles erreicht, bin ein Stückweit aus meinem Schneckenloch rausgekrochen und bin manche Dinge ‚einfach‘ angefangen. Ich habe kleine (und vielleicht auch größere) Erfolge erleben können. Das macht mich glücklich.

Ich denke an meine kleine Holzdose mit den Kieselsteinen, die mir meine Therapeutin in Hornberg mit auf den Weg gegeben hat. Ein Kieselstein für jedes positive Ereignis eines Tages.

Mit diesem Bild erinnere ich erneut die Dinge, die in letzter Zeit gut gelaufen sind, die mich glücklich gemacht haben bzw. glücklich machen. Und ich stelle fest: es sind die vielen kleinen Dinge, die das große Ganze ergeben. Zu aller erst die Tatsache, dass ich nichts muss, außer gut zu mir zu sein. Tatsächlich befinde ich mich gerade in der Autonomie, die ich mir immer gewünscht habe. Ich bin für das verantwortlich, was ich tu oder lasse; ich kann entscheiden, welchem Job ich nachgehe, wie meine Wohnung aussieht, was ich unternehme etc. Was für ein gutes Gefühl.

working title

Heute erster Arbeitstag.

Was für ein tolles und aufregendes Gefühl den Vertrag zu unterschreiben, ‚meinen‘ Spind zu bekommen und anzufangen.

Direkt voll dabei, komplett eingespannt und ich merke: Es gefällt mir, es liegt mir. Ich fange schnell an, mich mit dem Laden zu identifizieren. „Wir führen diese und jene Produkte“, „Bei uns kostet das so und so viel“, um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Ja, ich habe das Gefühl, dass das gerade das richtige für mich ist und der Job gut zu mir passt.

Der Arbeitstag ging im Nu rum und ich freue mich richtig auf den morgigen. Traurig aber wahr: Wann konnte ich das zuletzt sagen?

chilling sunday

Ein ausgefülltes, zufriedenstellendes Wochenende geht zu Ende.

Den Vormittag in der Wohnung verbracht, gelesen, aus- und umgeräumt und vor allem Fotos angesehen. Viele schöne Erinnerungen.

Sehnsucht nach dir macht sich breit, zum Telefon gegriffen und für den Nachmittag verabredet. Zeitgleich ein Wiedersehen nach längerer Zeit und dabei sehr wohl gefühlt.

Wir spazieren den üblichen Rundgang entlang, ich werde nicht müde die Schönheit dieser Stadt, die Beruhigung und gleichzeitig Kraft des Wassers zu spüren.

Wir ziehen weiter, kurze Kaffeepause, dann durch „meine Region“ zurück, alles ist mir mittlerweile so vertraut und ich kann sagen: Das ist mein Zuhause.

Den Abend klassisch mit dem ‚Tatort‘ ausklingen lassen. Ich wünsche mir, dass wir dieses Ritual irgendwann wieder zusammen ausführen, aber für den Moment bin ich damit zufrieden, wie es gerade läuft.

greatest showman

Heute einen sehr schönen Nachmittag/ Abend mit dir verbracht. Kino stand unter anderem auf dem Programm: The Greatest Showman.

Was soll ich sagen? Kino trifft Musical, von der ersten Szene an war ich geflasht, in der Geschichte und der Musik und mir sicher, das wird mein „Les Misérables 2018“. Wunderbare Szenen und ergreifende Lieder, emotional berührend und bewegend dargestellt. Die Story zwar leicht vorhersehbar, aber wen stört’s?

Erschreckend: Mein Emotionszentrum ist eine Katastrophe. Sobald es dramatisch, emotional wurde und die entsprechende Musik / die Lieder dazukamen hatte ich Pipi in den Augen.

Jetzt immer noch begeistert, ich werde den Film nicht zum ersten und letzten Mal gesehen haben.

Dann noch bei Lieblings-China-Mann essen und gemeinsam zur U-Bahn. Ab da getrennte Wege. Kurz schmerzhaft, aber in der Hoffnung weiterhin so gute und schöne Tage gemeinsam zu haben.

…und ohne unser Gestern würd ich mich heut nicht so auf morgen freuen. Ist es nicht das, was zählt?